Das automatisierte Fahren der Stufe L3 führt dazu, dass Fahrer während der Fahrt vermehrt nicht fahrbezogene Tätigkeiten (NDRT) ausführen, was zu einem Trend wird, zugleich aber Sicherheitsherausforderungen für den Wiederaufbau der Situationswahrnehmung (SA) des Fahrers mit sich bringt. Zu diesem Zweck führten wir zwei aufeinanderfolgende empirische Studien in einem Fahrsimulator durch, um die Auswirkungen von zwei Randinteraktionsmethoden — der Übertragung der Fahrzeugintentionen durch Luftstrom und der Übertragung von Informationen der Straßenbeteiligten durch Surround-Sound — auf die Leistung der SA, die Effizienz der NDRT, die Arbeitsbelastung und die Nutzererfahrung des Fahrers zu untersuchen. Die erste Studie (n=21) untersuchte die differenzierten Effekte von Luftstrom, Surround-Sound und deren Fusion; die zweite Studie (n=30) prüfte die Fusion der Interaktionen unter verschiedenen Schwierigkeitsgraden der NDRT. Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl Luftstrom als auch Surround-Sound bei Einzelanwendung die SA des Fahrers signifikant verbessern und jeweils eigene Vorteile bieten; die Fusion erzielt den besten Effekt. Besonders bemerkenswert ist, dass unter schwierigen NDRT-Bedingungen die Fusion die SA deutlicher verbessert als bei einfachen NDRT. Zusätzlich berichteten die Fahrer bei Verwendung dieser Randinteraktionsmethoden von einer verringerten subjektiven Arbeitsbelastung und einer verbesserten Nutzererfahrung. Diese Studie liefert Erkenntnisse für die Gestaltung von fahrzeuginternen Interaktionssystemen: Sie unterstützen die Beteiligung der Fahrer an NDRT und steigern die Effizienz, während sie die Situationswahrnehmung effektiv wiederherstellen und so Sicherheit und Produktivität vereinen.